Horst Broß wird Weltmeister auf dem Ruderergometer
Die World Rowing Indoor Championships (WRICH 2025), die Weltmeisterschaft auf dem Ruderergometer, wurde am letzten Februar-Wochenende erstmalig in einem neuen Format ausgetragen. Der Weltruderverband in Zusammenarbeit mit dem Gerätehersteller Concept2, beabsichtigt das Rudern auf dem Ergometer – Indoor-Rowing genannt – als eSport zu etablieren. Daher fand die Weltmeisterschaft diesmal nicht live an einem vorgegebenen Veranstaltungsort, sondern mit den verkabelten und dem Internet verbundenen Geräten online und somit rein virtuell statt. Dies ermöglichte weltweit allen Sportlern, ohne aufwendigen Reiseaufwand die Teilnahme.
Horst Broß, 61 Jahre alt, von der Ruder- u. Tennisgesellschaft Wesel, ehemaliger Leistungsruderer und in den 80er Jahren mehrfacher Medaillengewinner bei deutschen Rudermeisterschaften, ist derzeit in Bestform. Bereits beim Alster-Ergo-Cup belegte er in einer Wettkampfserie von 385 Teilnehmern den zweiten Platz. Dabei konnte er sogar zwei ehemalige Olympiasieger hinter sich lassen. Zu Jahresbeginn stellte er schon im Training auf der Marathon-Distanz einen neuen Weltrekord in seiner Altersklasse 60-64 Jahre Leichtgewicht auf.
Die Weltmeisterschaft wurde auf der olympischen Distanz von 2.000m in den verschiedenen Altersklassen ausgetragen. Zunächst musste Broß sich in den kontinentalen Vorläufen der Altersklasse 60-64 Leichtgewicht für die finale Runde qualifizieren. Zu den stärksten Konkurrenten zählten dabei Dariusz Stefanowski aus Polen und Pentti Soini aus Finnland. Beide konnten in den Vorjahren die Weltmeisterschaft bereits gewinnen. Mit einer Fabelzeit von 6:48,3 min konnte Broß seinen Vorlauf der Europa-Gruppe aber souverän gewinnen und sich für die entscheidende Finalrunde der WM qualifizieren.
In dieser dann ließ er seinen Mitkonkurrenten keine Chance. In einer Zeit von 6:49,2 min holte sich Broß mit mehr als 7 Sekunden Vorsprung die Goldmedaille vor dem Polen Stefanowski und dem Finnen Soini. Geholfen hat ihm dabei die lautstarke Unterstützung seiner Vereinskameraden und der Familie. Denn dank Internet konnte er das Rennen unter optimalen Bedingungen auf der eigenen Terrasse absolvieren.
Zum Feiern bleibt allerdings nicht viel Zeit, denn bereits am 1. März steht die nächste große Herausforderung an. In Hamburg beim Indoor-Marathon-Championat geht Broß als Favorit an den Start und will versuchen, den eigenen Weltrekord nochmals zu verbessern.